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Ein Jahr Familienfest

Diesen Wettbewerb unter Brüdern hat der kleinste gewonnen und es somit seinen großen Brüdern gezeigt – ‘tschuldigung, seinen älteren Brüdern. Denn unser Jungschützenkönig Matthias II. Bayer hat mit stattlichen 2,06 Meter Körpergröße seine beiden Brüder Peter (1,96 Meter) und Christoph (1,92 Meter) auch in dieser Angelegenheit übertroffen.

Als die Bayer-Brüder tatsächlich noch klein waren und ihre Schützenkarriere begannen, ist diese Zeit eng verbunden mit dem Namen Rolf Weyers. Er hat alle Drei zu den Büttger Edelknaben geholt, und weil sie anfangs eigentlich noch zu jung waren, waren auch nicht alle Wege Pflicht aber zur Parade war man stetsparat. Einige Jahre und ein ordentlicher Wachstumsschub später einte die Geschwister nun der Wille, Büttgens Jungschützenkönig zu sein. Leider blieb für Peter 2013 und Christoph 2015 der Wunsch unerfüllt, und auch bei Matthias musste im vergangenen Jahr lange gezittert werden.

Mehr als eine Stunde lieferte er sich mit seinen Mitbewerbern Mike Reichartz und Matthias Gau einen mit Spannung und Dramatik geladenen Schusswechsel, dem der Holzvogel, manchmal schon fast niedergestreckt, widerstand. 120 Schüsse waren dann aber doch zu viel und der Vogel ging zu Boden. Schneller war die Entscheidung der jungen Majestät auf seine Minister gefallen: Es sollten natürlich seine beiden Brüder sein. Ein Jahr Familienfest konnte starten.

König im Coupé unterwegs

Ein König braucht natürlich auch eine angemessene Staatskarosse. Seit letztem Jahr sieht man Matthias II. häufig in einem alten Mercedes Benz 123 Coupé durch Büttgen fahren. Eineinhalb Jahre hat er neben dem Studium bei der Firma Höhner das nötige Geld für den Oldtimer verdient. „Es ist ein tolles Fahrgefühl und immer schön zu erleben, dass die Leute es freut, ein solches Auto auf der Straße zu sehen“, sagt der 23-Jährige, der im Jahr 2004 bereits Edelknabenkönig war. Neben dem Benz gehören Basketball und Borussia Mönchengladbach zu seinen weiteren Interessensgebieten. Beruflich zieht es ihn in die Versorgungstechnik. Als angehender Ingenieur studiert Matthias das Fach an der TH Köln, um später wie sein Vater Hans Peter Bayer Planungen für Heizungs-, Klima und Lüftungsanlagen vorzunehmen.

Als seine Jungkönigin unterstützt Matthias seine Freundin Kerstin Jäger. Die beiden sind bereits seit ihrer Schulzeit zusammen und haben 2013 gemeinsam am Georg-Büchner-Gymnasium Abitur gemacht. Auch Kerstin interessiert sich für Pferdestärken und man sieht die 22 Jahre alte, angehende Erzieherin auf den Reitwegen der Region im Sattel ihres Tinker-Friesen-Mix „Kevin“. Obwohl Ihre Heimat mit Willich hinter dem Nordkanal liegt, wurde sie in Büttgen natürlich sehr herzlich aufgenommen und fühlt sich inzwischen wie ein „Büttscher Mädchen“.

Residenz im Herzen von Büttgen

Das junge Königshaus bildet in der Familie mittlerweile die dritte Generation einer ausgeprägten Schützentradition. Großvater Peter Bayer war früher Grenadiermajor, ehe er 1966 im Alter von 40 Jahren viel zu früh verstarb. Der Opa mütterlicherseits, Willi Krüppel, führte viele Jahre als Hauptmann den Grenadierzug „Cäcilia“ an und war zudem bei der Feuerwehr aktiv. Zu Edelknabenzeiten war auch bei Krüppel an der Ecke Driescher Straße das Quartier der Edelknaben nach der Parade – Opa hielt stets für alle Wasser, Limo und Cola bereit. Mit der Zeit änderten sich die Getränkevorlieben und der Kühlschrank hielt vornehmlich Bier parat. Vater Hans Peter ist im Vergleich zu seinen Kindern ein Spätberufener und marschiert „erst“ seit 1987 im Regiment mit – zuerst beim diesjährigen Königszug „Büttscher Boschte“ und seit 1991 bei „Casino“. Onkel Heinz Püllen war 50 Jahre Zugführer von „Heideröschen“ und freute sich sehr, dass ein Teil seiner Familie dem Zug treu geblieben ist.

Seit Generationen ist der Hof an der Ecke Bahn- und Holzbüttger Straße im Familienbesitz und in jüngster Zeit entwickelt er sich zum Familienmittelpunkt. Die Tauglichkeit als Jungkönigsresidenz wurde bereits erfolgreich beim Polterabend von Schwester Christina Brodka getestet. Auch die nächste Hochzeit ist schon in Aussicht.

Minister Peter und Christoph

Minister Peter Bayer ist mit seiner Partnerin Nadine Weiers bereits verlobt. Der 28-Jährige lief 1992 das erste Mal bei den Edelknaben mit und war 1998 ihr König. Im Jahr 2003 gründete er den Zug „Jung-Immerblau“ mit und ist dort als Höneß aktiv. Nach seinem Abitur 2008 am Quirinus-Gymnasium begann er zunächst ein Theologie-Studium, währenddessen er dem Katholischen Studentenverein Arminia zu Bonn beitrat. Das Studium legte er nach dem Grundstudium auf Eis, um in Bochum den Beruf des Bestatters zu erlernen. Im letzten Jahr machte er sich darin mit der Übernahme des Bestattungshauses Pütz in seiner Heimatgemeinde selbstständig.

Seine Partnerin Nadine Weiers erlebt als Erzieherin in der „Igel-Gruppe“ des katholischen Familienzentrums St. Aldegundis jedes Jahr stets das eigene kleine Kita-Schützenfest. Dahingehend geprägt ist die 26-Jährige sowieso durch ihre eigene Familie. Opa Franz Weiers war Büttgens Schützenkönig 1988/89, Vater Thomas genau 20 Jahre später 2008/09. Als Hofdame bei ihrem Papa sowie 2007 bei Siegfried Hämel hat sie selbst längst einschlägige Erfahrung in Königshäusern gesammelt.

Am ersten Weihnachtstag 1990 geboren, ließ es nicht lange auf sich warten, und Minister Christoph Bayer erlebte bereits im zarten Alter von zweieinhalb Jahren das Büttger Schützenfest erstmals als Edelknabe aktiv mit. Als 2004 im Jägerzug „Heideröschen“ ein Generationswechsel vollzogen wurde, gehörte er zur Nachfolge von „Jung-Heideröschen“. 2014 sorgte Christoph dann dafür, dass sein Bruder Matthias vom Grenadier zum Jäger wurde und bei „Jung-Heideröschen“ eintrat. In dieser Sache seinem kleinen Bruder voraus gewesen, ist er dies auch in beruflicher Hinsicht. Das Ingenieursstudium in Versorgungstechnik hat er 2015 mit dem Bachelor abgeschlossen. Heute arbeitet er im Büro des Vaters und absolviert zugleich den Master- Studiengang. Seine 24 Jahre alte Freundin Nina Becker-Eicker ist angehende Physiotherapeutin an der Uniklinik Düsseldorf und hat genau wie die Ministerin Nadine bereits als Hofdame bei Thomas I. Weiers und Siegfried I. Hämel reichlich Schützenfesterfahrung gesammelt. Ihr Vater Bernd marschiert bei der Schützengilde in Neuss mit. Beim Reisen findet das Ministerpaar gemeinsam Abstand vom Alltag. Bevorzugte Ziele zuletzt waren der Gardasee und der Schwarzwald.

Enge Familienbande

Das bisherige Königsjahr hat die drei jungen Pärchen noch enger zueinander gebracht, denn nahezu bei jedem Termin sind auch die Damen mit dabei gewesen. Tatkräftige Hilfe haben den Bayer-Brüdern auch gleich drei Ehrenzüge zugesichert. „Jung-Heideröschen“ beziehungsweise der Altzug „Heideröschen“ haben in den Jahren 1987 mit Jürgen Fischel sowie 2009 und 2012 mit Dennis Hohnrath und Frederik Handschuh schon reichlich Jungkönigsjahre gesammelt, und bei „Jung-Immerblau“ gehört zu den herausragenden Momenten der eigenen Historie neben dem Sieg beim Fußball-Turnier der Bruderschaft wohl auch die beiden Jahre als Ehrenzug des Jungkönigs Richard Starck 2006/07 und des Schützenkönigs Franz- Josef Bienefeld 2011/12.

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